Donnerstag, 29. Juni 2017

Saaremaa bis Riga

Sonntag, 25. Juni 2017


Es bläst immer noch aus allen Rohren. An Auslaufen ist nicht zu denken, heute noch weniger als gestern, aber es ist wenigstens trocken und sogar ein wenig sonnig. Mit den Fahrrädern fahren wir zur Arensburg, deren erste Anfänge auf 1398 zurückgehen und als Bischofsburg errichtet wurde. Die heute nur noch in Teilen erhaltene Burg zeigt aber die auch aus anderen Festungsstädten typische sternförmige Anordnung von Festungsmauern und den umgebenden Wassergräben. Im in der Burg beheimateten Museum lernen wir ein wenig über die wechselvolle Geschichte kennen. Mal dänisch, dann auch schwedisch und 1710 erstmals auch russisch. Der ursprünglich deutsche Einfluss Deutschlands auf Saaremaa ist allerdings auch heute noch zu erkennen.


Arensburg in Kuressaare


Die außerhalb der Burgmauern errichteten Häuser für den Besuch
Der Weg zurück zum Hafen gegen den Wind ist mit den Fahrrädern herausfordernd, zumal bei einem der beiden Drahtesel die Gangschaltung defekt ist und beim Schalten immer die Kette abspringt.

Montag, 26. Juni 2017

Auf einem der Boote im Hafen, einer Westerly Storm aus England, werden die Fahrräder eingepackt. Wollen die etwa los? Dabei hat der Wind gegenüber gestern und vorgestern sogar nochmals zugelegt. 
Nein, sie wollen nur einen Ausflug mit dem Bus nach Kaali machen. Dort gibt es einen Meteoritenkrater zu besichtigen, der auf einen Meteoriteneinschlag vor mehreren Jahrtausenden zurückzuführen ist. Es soll angeblich der achtgrößte Meteoritenkrater weltweit sein. Wir wollen uns den beiden anschließen und treffen uns kurz vor der Abfahrt des Busses nach Kuressaare an der Haltestelle. Die Fahrt nach Kuressaare mit dem Kleinbus kostet sage und schreibe € 0,55 pro Person. Leider weist der Fahrer uns an der in Busbahnhofnähe gelegenen Haltestelle nicht darauf hin, dass wir hier aussteigen sollten, um den Bus um 13:00 Uhr nach Kaali zu bekommen. Erst einige Haltestellen später erfahren wir von einer freundlichen Mitfahrerin, dass wir besser an der Haltestelle aussteigen und zum Busbahnhof zurücklaufen sollten. Im Schweinsgalopp geht es zurück zum Busbahnhof; just in time entern wir den Bus, zahlen unsere € 1,10 pro Ticket und schon geht es los. Nach 20 Minuten Fahrzeit erreichen wir Kaali. Direkt an der Bushaltestelle ist der 250 m betragende Fußweg zum Krater ausgeschildert.
Der Krater ist wirklich kreisrund, hat einen Durchmesser von 110 m, die vom Einschlag aufgetürmten Erd- und Gesteinsmassen ca. 20 m hoch. Rund um den Krater verläuft eine Steinmauer, die auf die Nutzung als heidnische Kultstätte hinweist.
In der näheren Umgebung finden sich noch 7 weitere, jedoch deutlich kleinere Krater, die aber nicht so spektakulär aussehen. Einen der kleineren suchen wir auch noch auf, die restlichen sparen wir uns, zumal es jetzt auch heftig zu regnen beginnt. Die Wartezeit bis zum Eintreffen des Busses für die Rückreise überbrücken wir mit Kaffeetrinken und Besuch eines Handarbeitsshops. Schlussendlich erreichen wir gegen 17:20 Uhr wieder den Hafen. 
Meteoritenkrater in Kaali

Der kleine Krater mit unseren beiden Mitreisenden aus Portsmouth

Dienstag, 27. Juni 2017

Für heute sind moderate Windstärken um 4 – 5, in Böen ggfs. auch mal 6 Windstärken aus West vorhergesagt. Wir wollen in einem Rutsch von Roomassaare bis Riga durchfahren, ein Schlag von ca. 90 sm. Um 5 Uhr stehen wir auf und legen um 5:40 Uhr ab. Unsere englischen Nachbarn, die in nördliche Richtung wollten, sind schon weg. Nach dem Passieren des recht engen Fahrwassers können wir Segel setzen und machen schon recht flotte Fahrt. Tut echt gut, mal wieder unter Segeln unterwegs zu sein. Schon bald kommt die Insel Ruhnu in Sicht, die zumeist als Zwischenstopp gewählt wird. Da aber für Mittwoch mal wieder Schwachwind angesagt ist, sparen wir uns den, zumal dort außer Natur nichts zu sehen ist. 
Inzwischen hat es kräftig aufgebrist, ein Reff ist fällig. Danach geht es mit unverminderter Fahrt, d.h. immer knapp unter 7 kn weiter, aber deutlich ruhiger. Von achtern kommt ein Frachter auf, der aber dankenswerterweise seinen Kurs nach Backbord ändert und wir daher nicht massiv abfallen müssen.
Leider setzt – nicht ganz unerwartet – heftiger Regen ein, der nicht nur die nicht unbeträchtliche Welle erst mal platt drückt, sondern auch meine alte Musto Salopette, die nicht mehr dicht ist, durchnässt. Nach der ersten Schauer ist daher Wechsel der Ölzeughose einschl. der darunter liegenden Lagen angesagt.
Die neue Musto Salopette erweist sich erfreulicherweise als wasserdicht! Bei den Regenmassen auch wirklich nötig!

Am Nachmittag lässt dann auf einmal der Wind stark nach. Bei der inzwischen gut 1,50 m hoch laufenden Welle ist bei 3 kn kein gescheites Fortkommen. Also Motor an! Ist das die Belohnung für die ertragenen hunderte von Litern Regenwasser? Es ist zum Ko…
Mein Wutausbruch scheint Rasmus bewogen zu haben, doch mal wieder tätig zu werden. Nach einer Stunde Motorfahrt, inzwischen geborgenen Segeln, setzt der Wind wieder ein. Also Segel wieder hoch, Motor aus, und schon geht es wieder mit flotter Fahrt weiter. Vom Passieren der Molenköpfe um 19:20 Uhr dauert es dann aber doch noch mal fast 1 ½ Stunden über die Daugava, bis wir im Jachthafen Andrejosta die Leinen fest haben. Die letzten 2 sm bis zum Hafen legen wir unter Motor zurück, ansonsten ließ sich das alles sehr gut unter Segeln zurücklegen. 90,4 sm am Stück in knapp 15 Stunden. Geschafft! Wir gönnen uns noch ein Anlegerbier im direkt am Hafen gelegenen "Terase Muusu".  
Das Anlegerbier haben wir uns redlich verdient


Aida Cara liegt auch schon am Kreuzfahrtterminal
Aida Cara - kleinstes und ältestes Aida-Schiff
Mittwoch, 28. Juni 2017

Vorab nur mal ein paar Fotos von Riga als erster Eindruck!

die zwei schöneren von den drei Gebrüdern

eines von ca. 800 Jugendstilhäusern

Das Katzenhaus - siehe die beiden Figuren auf den Türmchen
der Dom

 
Schwarzhäupterhaus - Versammlungsstätte der Vereinigung unverheirateter Kaufleute - Pendant zu den Schwarzhäuptern in Bremen
Nationalbibliothek


Swedbank - wie die Nationalbibliothek am gegenüberliegenden Ufer der Daugava. In Köln würde man wohl sagen: de schääl Sick

Das Rigaer Schloss - Sitz des lettischen Parlaments

Stadtrundfahrt mit einem schon historischen, umgebauten MAN Standardlinienbus


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen