Donnerstag, 30. Juni 2016

Ystad bis Borgholm/Öland


Von Ystad bis Borgholm/Öland in Kürze

Von Ystad gibt es einen relativ kurzen Törn nach Simrishamn, einem guten Ausgangspunkt für die Überquerung der Hanöbucht, die in Schweden den Ruf „Biskaya von Schweden“ hat.
Wenig spektakulär ist der Ort, obwohl man versucht hat, die Innenstadt ein wenig aufzuhübschen.
Als nächstes Ziel haben wir uns Kristianopel ausgesucht, ca. 72 sm zu segeln. Insofern sind wir schon zeitig unterwegs. Der Wetterbericht verspricht SW 6 – 8 m/sec, was etwa 4 Windstärken ausmacht. Fängt auch alles gut an, aber schon nach einer Stunde ist ein Reff angesagt. Nicht ganz eine weitere Stunde später: Wechsel von High Aspect-Fock auf die kleinere Werkfock. Dazu Regen mit kräftigen Böen. Das positive hieran ist, dass Motivatie fast ständig mit über 7 kn dahinstürmt.
Renate mit "Segler-Burka"
Kostenlose Duschen sind inbegriffen




Nach 8 ½ Stunden erreichen wir Utklippan, eine unbewohnte Insel vor der Küste. Wir widerstehen der Versuchung, hier einzulaufen, wollen doch weiter ins knapp 20 sm entfernte Kristianopel. Nach der Rundung Utklippans können wir ein wenig abfallen. Die See läuft inzwischen recht hoch, einige Wellen erreichen gut 2 m.
Es sind noch 10 sm bis Kristianopel. Die Vorstellung, bei gut 2 m Welle, achterlichem Wind in eine enge, unbekannte Einfahrt mit Grundseen zu steuern, die zudem von Untiefen flankiert wird und bei Ostwind im Hafen kräftiger Schwell steht, sorgt für Unbehagen. Also geht es weiter, noch mal 10 sm extra nach Grönhögen, dem südlichsten Hafen von Öland, der aber luvseitig liegt und bei dem vorherrschenden Südostwind eine unproblematische Ansteuerung bieten sollte.
Ab Ölands Södra Udde (der Südspitze) beruhigt sich die See deutlich, gleichzeitig lässt der Wind nach. Nur noch 5 kn Fahrt? Das geht nicht! Also Reff raus! Den nochmaligen Wechsel auf die größere Fock ersparen wir uns aber. Gott sei Dank! Kurze Zeit später pustet es nochmals kräftig aus Süd. Inzwischen nur noch unter dem ungerefften Groß pflügt Motivatie mit 8,5 kn durch die See.
Geschafft, aber trotzdem stolz auf die seit Simrishamn zurückgelegten 82 sm machen wir mit Hilfe freundlicher Segler im nahezu leeren Hafen von Grönhögen fest.

Trocknung der immer noch nassen Segelhandschuhe von gestern


Heute ging es nicht ganz so zeitig los. Durch den Kalmarsund ging es recht gemütlich mit meist um 6 kn weiter Richtung Nord. Wir passieren Kalmar, genießen den Blick auf das Schloss von Kalmar und sind schon vorbei. Hinter Kalmar wird das Fahrwasser wieder etwas breiter. Mit ausgebaumter Fock ziehen wir an Öland vorbei, stellen fest, dass die königliche Familie noch nicht ihre Sommerresidenz auf Solliden nahe Borgholm bezogen hat und können kurz darauf auch schon in die Ansteuerung von Borgholms beliebtem Gästhamn einbiegen. Mit einem kurzen Rundgang durch Borgholm beschließen wir den Tag und hoffen, dass die sicherlich an die 80 Chevrolet-Oldtimer auch morgen noch da sind.

Burgruine von Borgholm von See aus

Montag, 27. Juni 2016

von Lohals/Langeland bis Ystad/Schweden

Freitag, 24. Juni 2016

Das Gewitter vom vorigen Abend hat sich in der Nacht bis in die frühen Morgenstunden noch mal ausgeregnet. Morgens ist es wieder schön und wir machen uns nach dem Frühstück mit frischen Brötchen vom Bäcker auf den Weg. Vor dem Wind geht es zügig mit ausgebaumter Fock und Großsegel Richtung Nordspitze Langeland, wo wir Richtung Osten in das Smålandsfahrwasser abbiegen. Völlig überraschend frischt hier der Wind kräftig aus, so dass wir nach einem Reff im Groß sogar von der High Aspect Fock auf die Arbeitsfock wechseln müssen. Wir passieren den Tiefwasserweg, kurz darauf Omø und nur wenige Zeit später flaut der Wind wieder ab. Erst ausreffen, dann wieder die HA-Fock hoch. Später dann die Kolbensegel. Es ist super heiß, manchmal nur im Schatten vom immer noch gesetzten Großsegel auszuhalten. Auch der Versuch, mit Blister etwas Fahrt gutzumachen, führt nicht zum gewünschten Ergebnis, obwohl zwei andere Schiffe unter Spinnaker offensichtlich ohne Motor gut vorankommen. Welch Wunder: einer Sweden Yachts 42 mit Riesenspi brauchen wir mit unserem Blister wohl keine Konkurrenz machen!
Eine Schwimmpause zwischendurch ist erfrischend und der Rest des Weges wird dann unter Motor zurückgelegt. Nach 8 Stunden und über 42 sm erreichen wir den Hafen von Vordingborg. Erst kurz das Schiff aufklaren, dann geht es in den Ort, den wir von unserem Besuch im letzten Jahr noch in lebhafter Erinnerung haben. Im Klint Café gönnen wir uns eine Ofenkartoffel, dazu ein mittleres Bier (immerhin 0,5 l!).

Samstag, 25. Juni 2016

Morgens ist es erst mal wieder schwach windig, aber wir haben mal wieder super Wetter. Gegen 11 Uhr brist es langsam auf. Als wir um 12 Uhr aufbrechen, können wir schon direkt hinter der Hafenausfahrt Segel setzen und rauschen mit gut 5 kn durch das enge Fahrwasser, das an einigen Stellen mit angezeigter Wassertiefe von knapp 2 m  Adrenalinspiegel schlagartig steigen lassen.


Nach Erreichen des Hauptfahrwassers ist die Wassertiefe ausreichend und mit halbem Wind bei gut 4 Windstärken und glattem Wasser gibt Motivatie alles. Vorbei geht es an Harbølle und Stubbekøbing, das ganze ohne Kreuz, glatter Anlieger. Nach Durchfahren des Storstrøms geht es durch ein enges, aber sehr gut betonntes Fahrwasser auf die Ostsee. Leider können wir Klintholm auf Steuerbordbug nicht anliegen, sondern müssen doch einen Schlag auf Backbordbug machen. Der nächste Schlag ist genial. Dank rückdrehenden Nordwindes können wir auf einmal Klintholm anliegen, so dass wir doch schon um 18.20 Uhr in der Box liegen.


Schon vorher stand quasi fest, dass wir uns im Klintholm Restaurant das große Abendbuffet mit verschiedenen Fischsorten, Roast Beef, Hähnchen und reichhaltigem Salatbuffet gönnen. Während wir es uns gut gehen lassen, schüttet es draußen heftig, so dass wir uns getrost Zeit lassen können mit dem Heimweg. Am Ende machen wir uns dann doch bei Regen auf den Weg zurück zum Schiff, wo wir erst mal einen kleinen gegen das Völlegefühl brauchen.

Sonntag, 26. Juni 2016

Heute pustet es kräftig aus Südwest, 10 – 12 m/s. Wir lassen uns Zeit mit dem Aufstehen und frühstücken erst mal ausgiebig. Es ist ideales Wetter für einen Ausflug zum Møns Klint. An der Bushaltestelle treffen wir unsere Nachbarn, ein älteres Ehepaar aus Schweden, die ebenfalls einen Ausflug zum Klint machen wollen, allerdings zu Fuß. Spontan entschließen wir uns, zumindest einen Weg zu laufen und schließen uns den beiden an. Der Weg vergeht mit erzählen im Fluge. Nach kurzer Rast geht es an den Abstieg zum Strand über die längste Treppe Dänemarks, wobei wir zwischendurch immer wieder mal stehen bleiben, um den atemberaubenden Ausblick zu genießen. Wir folgen dem steinigen Strand und sind immer wieder erstaunt über die vielfältigen Formen des Kreidefelsens, der von schwarzen Adern, die teils horizontal, teils auch diagonal bis fast vertikal verlaufen, durchzogen ist.

Verschnaufpause beim Abstieg zum Strand

Abstieg zum Strand



Natürlich können wir es nicht lassen, auch den einen oder anderen besonders schönen Stein mitzunehmen, selbstverständlich natürlich auch vom Kreidefelsen. Beim Rückweg übernimmt Per die Zählung der Stufen – 498 sind es bis oben. Wir entscheiden uns allerdings, für den Rückweg den Bus zu nehmen, der uns in gut 10 Minuten zurück nach Klintholm Havn bringt. Mit einem Glas Wein zusammen mit Per und Christina bei uns an Bord beschließen wir den schönen Tag.

Montag, 27: Juni 2016

Heute wollen wir nach Ystad. Bei frischer Brise mit 8 – 10 m/s aus Südwest verspricht es ein toller Segeltag zu werden. Wir umrunden erst noch mal Møns Klint, um dann anschließend Kurs auf Ystad zu nehmen. Mit ausgebaumter Fock geht es mit zumeist knapp unter 7 kn zügig voran. Im Surf die Wellen abwärts geht es oft genug auf über 8,5 kn, in der Spitze bis 9,49 kn!!

max. Speed 9,49 kn!

Möns Klint von der Seeseite

Mit Rauschefahrt nach Ystad

Unter Blister - als Spi geschotet

Leider steht der Wind am Ende doch nicht so durch wie erhofft. Wir haben noch knapp 10 sm bis zum Ziel, probieren es noch mal unter Blister – als Spinnaker geschotet, der es zeitweise auf 5,5 kn schafft, dann aber schnell nachlässt. So bleibt am Ende doch nichts anderes übrig, als die Segel zu bergen und den Motor für die restlichen knapp 2 sm anzuschmeißen. Um 19:15 Uhr liegen wir dann nach 54 sm im Hafen, den wir schon von unserer letztjährigen Reise kennen.
Unser Sumlog zeigt bisher 193 sm an, die wir von Kappeln bis hierher gefahren sind.


Donnerstag, 23. Juni 2016

Gewitter in Lohals/Langeland


Mittwoch, 22. Juni 2016
Nach Durchzug einer Regenfront sind wir erst nach Mittag in Kappeln losgekommen. Bei zuerst mäßigem Wind sollte es nach Fehmarn gehen. Als der Wind weiter nachlässt, ändern wir den Kurs Richtung Nord und können bei etwa halbem Wind gute Fahrt machen. Gelandet sind wir dann gegen Abend in Dyreborg, einem kleinen, schnuckeligen Fischerhafen südlich von Faborg. Bei bestem Wetter konnten wir im Cockpit zu Abend essen und den Ausblick auf  bei die dänische Südsee genießen.





Donnerstag, 23. Juni 2016
Heute sind wir zeitig aufgebrochen und bei leichtem bis mäßigem Wind Richtung Svendborg gekreuzt. Im Svendborgsund führt der Düseneffekt zu erfreulich zügiger Fahrt und als ganz große Ausnahme setzt sogar der Strom in unsere Richtung. Hinter Svendborg müssen wir kurz den Motor zu Hilfe nehmen, da der Wind genau von vorn kommt und im engen Fahrwasser bei Troense ein Aufkreuzen nicht möglich ist. Schon bald können wir aber wieder die Fock setzen und die Maschine abstellen. Mit halbem Wind geht es dann zügig mit über 6 kn Richtung Norden. Als Ziel haben wir uns Lohals, nördlichster Hafen von Langeland ausgesucht, und kommen bei bestem Wetter dort an . Hier ist noch Vorsaison: lediglich 5 Boxen sind von Passanten belegt. 
Über Land braut sich ein Gewitter zusammen, das dann aber gegen den Wind Richtung Langeland aufzieht. Innerhalb von 30 Sekunden dreht der Wind um 180 Grad und lässt die Boote im Hafen bei Böen von bis zu 42 kn und sturzbachartigem Regen 30 Grad Schräglage schieben. 

Gewitterwolke mit Böenwalze in Lohals
Erste Böen treffen den Hafen von Lohals

Nicht nach, sondern zwischen zwei Gewittern

Nach Durchzug des zweiten Gewitters wird uns ein traumhaft schöner Sonnenuntergang beschert. 


Dienstag, 21. Juni 2016

Endlich Urlaub!

Nach harter Arbeit am Haus (Streichen, Renovieren, Fassadenverkleidung, Streichen des Dachüberstandes in weiß etc.) endlich Zeit für 3-4 Wochen Urlaub!
Unser Ziel: Ostsee - irgendwo. Schließlich hat man reichlich Auswahl. Traumziel für diesen Törn ist Gotland, aber fraglich ist natürlich, ob wir das schaffen, was natürlich wiederum abhängig ist von Wind und Wetter. Hoffen wir, dass der letzte Schluck Sherry aus der Pulle für Rasmus ausreichend bemessen war und er uns hold ist. Wir werden weiter berichten.
Zumindest haben wir es uns heute Abend an Bord schon mal gut gehen lassen.

Freitag, 11. September 2015

Dienstag, 8. September 2015

Morgens wird erst mal in den vortrefflichen Duschen der Marina Svendborg geduscht – eine Wohltat, in einem sauberen separaten Duschraum nur für uns. Ein Luxus, den wir uns in Schweden so manches Mal gewünscht hätten.
Mit frischen Brötchen genießen wir tatsächlich unser Frühstück im Cockpit bei schönster Sonne und zudem noch geschützt im Windschatten des „Gule Pakhus“.
Heute ist wieder nur ein kurzer Sprung nach Dyreborg, einem Minihafen bei Faaborg, geplant, wo wir uns nochmals mit Peter treffen werden. Zuvor drehen wir aber noch mal eine Runde durch das schöne Svendborg.





Am Hafen finden wir einige Beispiele, wie man alte und marode Holzboote noch einer sinnvollen Verwendung zuführen kann.



Es ist inzwischen früher Nachmittag, bevor wir ablegen. Bei bestem Wetter, schöner Backstagsbrise und ausnahmsweise mal Strom von achtern ziehen wir durch den Svendborgsund und erfreuen uns an den wirklich wunderschönen Häusern und Villen, die in allerbester Lage das Ufer säumen.



Wir bekommen einen kleinen Eindruck von den Inseln der sogenannten „Dänischen Südsee“. Vorbei an Avernakö auf der Backbordseite, die Häfen Rantzausminde und Fjaellebroen an Steuerbord. Die Küstenlandschaft glänzt noch mal mit Steilküsten, die in der Sonne leuchten.


Dyreborg ist schnell erreicht, Peter von der Simlpy Red erwartet uns schon und hat natürlich auch einen tollen Platz für uns reserviert. Wir machen einen Spaziergang entlang der Häuschen und am Miniatur-Leuchtturm und sammeln dabei so viele Brombeeren, dass sie für uns alle als Nachtisch reichen.




HHHHH

HHHHHMittwoch, 9. September 2015

Wir teilen die restliche Strecke bis Kappeln in kleine, fast homöopatische Portionen ein. Von Dyreborg wollen wir heute über den kleinen Belt nach Mommark auf der Ostseite von Als. Wieder laufen wir bei Sonnenschein aus, anfangs läuft es noch ganz anständig. Später jedoch flaut es ab. Selbst unter Blister schaffen wir am Ende so gerade noch 2 kn, und am Ende dreht auch noch der Wind weiter auf südöstliche Richtung. Zum Schluss müssen dann doch wieder die Kolbensegel herhalten.
Mommark hat sich als Hafen wirklich recht gut gemacht. Eine neue Schwimmsteganlage bietet ca. 30 Booten Platz in recht idyllischer Hafenumgebung.


Abends lädt Peter uns im gut besuchten Hafenrestaurant auf eine deftige Scholle ein, den Aquavit an Bord dazu stiftet er auch noch. Es ist schade, dass sich morgen unsere Wege trennen: er will / muss weiter nach Kiel, wir dagegen haben nur noch mal eine kurze Strecke bis Kappeln.
Abschied von Peter am nächsten Morgen
Donnerstag, 10. September 2015

Es ist schon ein verdammt komisches Gefühl, mit dem Wissen aufzubrechen, dass mit dem heutigen Tag ein phantastischer Segeltörn zu Ende geht, von dem wir beide beim Start im Juni noch nicht so recht wussten, ob das alles so klappt, wohin er uns am Ende führen würde. Erfreulicherweise hat die Therapie „Segeln“ meinem Bandscheibenvorfall wohl ausgesprochen gut getan – dem Einsatz vom Chiropraktiker und einer immer geringer werdenden Dosis Ibuprofen sei Dank!
Der letzte Segeltag bringt noch mal so richtig Segelspass. Bei super Wind aus Ost mit 16 kn, in Böen ab und zu mehr, gibt Motivatie noch mal alles. Wenn für die nächsten fünf Tag nicht permanent Ostwind – und das nicht zu knapp – angesagt wäre, hätten wir vielleicht doch noch einen Abstecher nach Sonderborg oder Flensburg gemacht. So geht es nun aber auf dem schnellsten und kürzesten Weg nach Kappeln.


Die Ansteuerung von Schleimünde gelingt inzwischen auch ohne Seekarte, vor dem Wind können wir einlaufen. Das Fahrwasser, das uns bei unserer Ankunft im Mai noch extrem eng vorkam, ist nach den Erfahrungen mit den Schärenfahrwassern üppig breit, so dass wir problemlos unter Segeln bis zur Steganlage von Henningsen & Steckmest fahren.
Klar, dass wir unsere gesammelten Gastlandflaggen – wie es sich gehört – unter unserer Steuerbordsaling fahren!




Zum Schluss muss dann doch noch ein wenig Statistik sein:
Seit unserer Abfahrt in Kappeln am 20.6.2015 haben wir an 56 Segeltagen 1.707 sm zurückgelegt, einschließlich der Überführung von Strijensas nach Kappeln an 66 Tagen 2.106 sm und 4 Länder (wenn man die Aland-Inseln mitzählt) besucht. 

Was sonst noch „zählt“:
  • Unsere Navigation, die wir anfangs als eine der größten Herausforderungen angesehen haben, hat auch ohne Kartenplotter, nur gestützt auf Seekarte, Kompass, GPS und in einigen Situationen auch AIS einwandfrei funktioniert, erforderte aber auch stets sehr konzentriertes Segeln und Navigieren, was dank Renates „permanentem Finger“ auf der Seekarte aber gut zu machen war.
  • Begegnungen mit vielen gleichgesinnten Wassersportlern, die erfreulicherweise in vielen Fällen mehr als eine Eintagsfliege waren.
  • Eindrücke von tausenden von Felsen, Granitbrocken, Landschaften, Kreidefelsen und dem unendlichen Reichtum an Natur in Dänemark, Schweden, den Ålandinseln, dem Åbo-Archipel, Finnland an Wasser, Wäldern, Inseln, Kreidefelsen, Steilküsten aber auch Einsamkeit in den abgeschiedenen Inselregionen.
  • Fröhlichkeit und Lebendigkeit der Einwohner über den Sommer – egal was das Thermometer an Luft- und Wassertemperaturen so hergibt. Es ist Sommer angesagt mit Picknick, Barbecue, sommerlicher Garderobe, Schwimmen, Segeln, Motorbootfahren und Lachen.
  • Wir wurden immer freundlich als Gäste empfangen und sagen Danke für die vielen schönen Erlebnisse in Skandinavien.


Würden wir es wieder machen? Uneingeschränkt: ja! 


Montag, 7. September 2015

Die alten Rittersleut, Sturm und Traditionssegler

Samstag, 5. September 2015

Ausgeschlafen nach langer und windiger Nacht begeben wir uns auf Entdeckungsreise. Heute ist die Windmühle aus dem Jahr 1858 unser Ausflugsziel. Wir sind erstaunt über die präzise Holzarbeit und Technik. Über die zentrale Achse werden 5 Mahlwerke angetrieben; dazu wird die Windenergie auch genutzt, um den mit Lederriemen, die über große Scheiben laufen, angetriebenen Lastenaufzug zu betreiben.




Bei einer der Regenschauern zwischendurch suchen wir Unterschlupf in der „Vor Frue Kirke“, die von der dänischen Königin Margrethe I. im Jahr 1388 begründet, die gleichzeitig den Sieg über den Schwedenkönig Albrecht von Mecklenburg und die Vereinigung der drei Reiche Dänemark, Schweden und Norwegen in der Kalmarer Union markierte. Dies ist insofern von Bedeutung, da hiermit für die Bevölkerung ein rund 100 Jahre andauernder Frieden erreicht wurde.

Umso erstaunlicher ist die bis heute erhaltene Tradition, die Glocke täglich um 21:45 Uhr zu läuten. Sie soll die Dänen dazu anhalten, noch vor Mitternacht einen Schweden zu erschlagen. Hauptsächlich verantwortlich hierfür war der Tyrann König Christian II. Zum Glück wurde er im Jahr 1523 abgesetzt.

Sonntag, 6. September 2015

Für heute haben wir uns die Besichtigung des Schlosses vorgenommen. Im dortigen Danehofsaal wurde 1282 das dänische Grundgesetz, die sog. „Handfeste“ unterzeichnet, wonach dem König nicht ausschließlich nicht die alleinige willkürliche Herrschaft oblag, was natürlich in den folgenden Jahrhunderten nicht beachtet wurde, sondern es wurde insbesondere vom tyrannischen König Christian II nach Gutdünken hingerichtet und gemordet.

Wir können nur froh sein, dass wir heute leben und nicht dieser Willkür ausgesetzt waren. Zudem waren die Räumlichkeiten im Schloss ausgesprochen ungemütlich. Auch die Tischsitten waren eher roh. So konnte es passieren, dass trotz des königlichen Verbotes sich die rauen Gesellen mit den Holzbechern gegenseitig die Köpfe einschlugen. Ebenso war es damals schon Tradition, sein Trinkglas nach dem Anstoßen auf die Krönung des neuen Königs zu zerschmettern. Es ist belegt, dass Christian II zu diesem Anlass die Anschaffung von  35.000 Gläsern orderte.
Nun aber genug Mittelalter, wir kehren in die Gegenwart zurück. Der Wind brist in Böen auf bis zu 8 Windstärken auf und drückt seitlich auf unser Schiff und wir verlegen es im Hafen so, dass wir den Wind von vorn haben und die Sonne im Cockpit im Windschutz der Sprayhood genießen können und verzehren dabei unsere zuvor in der Danish Bakery mitgebrachten Törtchen – einfach köstlich.
Den Abend verbringen wir mit unseren temporären Stegnachbar Frauke und Manfred von der „Harten Lena“, einer Contest 42.

Montag, 7. September 2015

Das Wetter hat sich beruhigt, die Sonne scheint, gute Windverhältnisse – auf nach Svendborg! Zügig geht es vor dem Wind mit ausgebaumter Fock Richtung Süden an Langeland vorbei. Wir passieren Lohals und Dagelökke auf Langeland an Backbord, auf der Steuerbordseite ziehen wir an Lundeborg vorbei.




Die schnelle Fahrt in den Svendborgsund ist insofern schnell beendet, als zum einen ein kräftiger Gegenstrom herrscht und wir schon bald die Segel bergen müssen, weil auch noch der Wind vierkant von vorne kommt.
Wir finden einen Liegeplatz im Maritimt Center, einem kleinen Museumshafen, der eigentlich ausschließlich traditionellen Holzbooten vorbehalten ist. Wir haben aber Glück und dürfen für eine Nacht neben dem Schiff einer dort ebenfalls beheimateten Segelschule festmachen.




Wir freuen uns, morgen früh in dieser Kulisse – hoffentlich bei schöner Sonne im Cockpit – frühstücken zu können. 

Freitag, 4. September 2015

Über Omö nach Fünen - der Heimat ein Stück näher

Donnerstag, 3. September 2015

Heute scheint wieder die Sonne, der Wind kommt mit Süd – Südwest aus der richtigen Richtung, um durch das Smålandsfahrwasser nach Omø zu segeln. Zusammen mit uns verlässt eine Bianca 107  den Hafen und zeigt uns, was Höhe laufen heißt. Während wir noch einen kurzen Holeschlag einlegen müssen, um die Durchfahrt der Storstrømbrücke zu packen, schaffen die es mit einem Schlag. Einerseits sind wir nicht unzufrieden, andererseits scheint heute irgendwas nicht zu stimmen. Es ist wie Segeln mit angezogener Handbremse. Hinter der Brücke versuchen wir, mit einem kurzen Beiliegen, um eventuelles Seegras vor dem Ruder, Saildrive und Kiel loszuwerden. Danach geht es auch um einiges besser, aber die Bianca ist natürlich auf und davon.
In Omø treffen wir sie wie auch einige andere Segler, die wir schon an der schwedischen Ostküste immer mal wieder getroffen haben und wie wir auf dem Weg Richtung Heimat sind, wieder.
Die beiden Pärchen sind aktive Regattasegler und die beiden Jungs springen erst mal ins Wasser, um ihren Wasserpass und das Unterwasserschiff zu schrubben. Freundlicherweise befreien sie auch unser Ruderblatt und insbesondere den Saildrive von den restlichen Seegrasklumpen.
Nach einem Landgang und Ausflug zum Købmand (Öffnungszeiten donnerstags von 8.00 – 12.30 Uhr), geht es zum Hafenkiosk, wo wir 12 Dosen Bier zum Preis von 6 Dosen erstehen, damit wir für den abendlichen Besuch der Bianca-Segler und natürlich Peter von der Simply Red gerüstet sind.

Loen-Hof auf Omö

Freitag, 4. September 2015

Während sich die Bianca-Crew sich für die sportliche Variante entschließt und bei dem Wind aus Süd entlang Langeland kreuzen will, entscheiden wir uns für die gemütliche Tour und fahren bei wunderschöner Backstagsbrise ins ca. 16 sm entfernte Nyborg. Da für die beiden nächsten Tage mit Starkwind zu rechnen ist, wollen wir uns das dortige Schloss ansehen und hoffen, dass der Ort auch ansonsten etwas sehenswertes zu bieten hat.

Im direkt am Osthafen gelegenen Restaurant „De la Mar“, das sehr einladend aussieht, genießen wir eine sehr leckere gebratene Scholle mit kleinen Kartöffelchen und einer wirklich tollen Remoulade. 

Unser Liegeplatz im neu gestalteten Ost-Hafen Nyborg
Durch die Große Belt-Brücke hat Nyborg natürlich seine Bedeutung als ehemaliger Fährhafen verloren. Die alten Kaianlage wurden komplett neu gestaltet mit einer ansprechenden Wohnbebauung mit Liegeplätzen direkt vor der Haustür und einem zusätzlichen Yachthafen, den wir fast allein für uns hatten. Erst am späten Nachmittag gesellen sich ein paar andere Segler dazu.